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Berlinale 2011: Colin Firth im Interview zu "The King's Speech"

Der Oscar-Favorit im Interview über "The King's Speech", der bei der Berlinale vorgestellt wurde

Colin Firth: „Ich mag Männer mit Vergangenheit“

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Am Donnerstag Abend stand halb Berlin still: Denn Colin Firth, Helena Bonham-Carter und Regisseur Tom Hooper waren in der Stadt, um ihren Film „The King’s Speech“ zu präsentieren. Der 12-fach oscarnominierte Film erzählt die Geschichte des britischen Königs George VI., der unter schwerem Stottern litt und so bei öffentlichen Auftritten große Probleme bekam. celluloid traf Colin Firth zum Gespräch.Mr. Firth, anders als Ihre Filmfigur mussten Sie das Stottern nicht ver-, sondern erlernen. Ist das nicht wahnsinnig schwer?COLIN FIRTH: Es war auf jeden Fall nicht ganz einfach. Vor allem weil ich mir das Stottern natürlich erst einmal aneignen musste, aber dann ja jemanden spielte, der es mit aller Macht unterdrückt und loswerden will. Das war eine leicht schizophrene Situation. Meine Gespräche mit unserem Drehbuchautoren David Seidler, der selbst an einem Stottern litt, waren dabei sehr hilfreich. Generell musste ich es allerdings in mir selbst finden, da konnte mir kein Sprachtrainer helfen. Zumal Davids Stottern nicht automatisch vergleichbar ist mit dem von König George VI., jeder Sprachfehler ist anders. Ich habe nun schon zum dritten Mal einen Stotterer gespielt, und jedes Mal war das ein ganz neuer, eigener Prozess.Haben Sie durch die Rolle neue Erkenntnisse gewonnen über das Leben in der Royal Family? COLIN FIRTH: Nein, das kann man nicht unbedingt behaupten. Bei jeder anderen Rolle würde ich versuchen, so viel Zeit wie möglich zu verbringen mit Menschen im gleichen Beruf, im gleichen Milieu wie meine Figur. Aber anders als Ärzte oder Piloten gibt es leider kaum Könige, die bereit wären, einen Schauspieler mal für ein oder zwei Tage in ihren Alltag hineinschnuppern zu lassen. Uns standen also bestenfalls Informationen aus zweiter Hand zur Verfügung. Für „The King’s Speech“ gelten Sie als großer Oscar-Favorit, schon im vergangenen Jahr waren Sie für „A Single Man“ nominiert. Es scheint, als habe Ihre Karriere noch mal eine ganz neue Richtung genommen, oder? COLIN FIRTH: Finden Sie? Ich habe gar nicht das Gefühl, dass ich schon überblicken könnte, ob und was sich verändert hat. Oft habe ich eigentlich den Eindruck, nicht so viel und so gute Arbeit zu finden, wie ich es mir wünschen würde. Allerdings kann ich natürlich nicht leugnen, dass es zuletzt ganz gut lief und vor allem diese beiden Filme wirklich etwas Besonderes sind. Vielleicht hatte ich früher zu viel Pech und habe einige der besten Rollen schlicht nicht bekommen. Vielleicht bin ich inzwischen aber auch einfach in dem richtigen Alter für die Art von Rollen, die mich am meisten reizen: Männer mit Vergangenheit. Mit dem Älterwerden haben Sie also kein Problem? COLIN FIRTH: Ich bin 50 und ich finde dieses Alter sensationell – und das meine ich nicht ausschließlich positiv! Aber es ist doch wirklich verrückt, dass ich jetzt 50 bin, wo ich gefühlsmäßig gerade erst meine Pubertät hinter mir habe. Während andere Schauspieler ja gerne mal über ihr Alter schweigen, habe ich letztes Jahr wirklich jedem von diesem Geburtstag erzählt. Einfach um diese unglaubliche Zahl endlich zu begreifen und mich meinem körperlichen Verfall zu stellen. Wobei einem solch tolle Arbeiten wie „The King’s Speech“ die Sache mit der plötzlichen Sehschwäche und dem Zwicken im Knie natürlich ein bisschen versüßen. Matthias Greuling / Alexandra Zawia

Filmtrailer "The King's Speech". Darunter: Szenenfotos aus dem Film (Fotos: Universal)









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