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Jeff Bridges, Joel und Ethan Coen sprachen bei der Berlinale über ihr Western-Remake "True Grit"
Eröffnung: "True Grit" als untypischer Coen-Film
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Es gibt auf der Welt derzeit kaum einen cooleren Schauspieler als Jeff Bridges. Mit wirrem Haar, grauem Bart und lässigen Sprüchen, genau wie ein Westernheld sein muss: Der „Dude“ aus „The Big Lebowski“ ist in Berlin, um seinen neuen Film „True Grit“ vorzustellen, in dem er den „Duke“ spielt. Nun ja, fast. Denn „True Grit“ ist das Remake des Westernklassikers „Der Marshall“ von 1969, in dem John „The Duke“ Wayne die Hauptrolle spielte und dafür einen Oscar bekam. Nun schlüpfte Bridges in die Rolle des raubeinigen US-Marshalls Rooster Cogburn, der von einer 14-Jährigen (Entdeckung: Hailee Steinfeld) beauftragt wird, den Mord an deren Vater zu rächen – und wurde dafür ebenfalls für einen Oscar nominiert. „True Grit“ bekam insgesamt 10 Nominierungen für die Oscar-Gala am 27. Februar, darunter auch als bester Film, für die beste Nebenrolle (Steinfeld) und für die beste Regie durch die Brüder Joel und Ethan Coen.Geballte Western-Stimmung also zum Auftakt der 61. Berlinale am Potsdamer Platz. Und eine gut gelaunte Crew, die die Journalisten zwar gut 30 Minuten warten ließen, dann aber umso stürmischer empfangen wurde. Das Medieninteresse war enorm, auch, weil „True Grit“ in Zahlen gemessen, der bislang erfolgreichste Film der Coen-Brüder ist. „Wir wissen auch nicht, woran das liegt“, meinten die Regie-Geschwister. Und ja, tatsächlich ist es verwunderlich, denn „True Grit“ ist ein Western, wie man ihn klassischer gar nicht hätte machen können – vom Coen’schen Skurrilitätenkabinett ist diesmal recht wenig übrig, alles ist linear und routiniert erzählt. Ein altmodischer Western von hoher Qualität, ja, aber kein typischer Coen-Film. „Der Erfolg erklärt sich meiner Meinung nach daraus, dass die Leute langsam merken, wie genial die Coens sind. Das ist meine Theorie zu diesem Super-Kinohit“, befand hingegen Jeff Bridges in Berlin. Immerhin gibt es in „True Grit“ mit Rooster Cogburn wenigstens eine Coen-Figur: Sie quasselt ohne Unterlass und versteht dabei meistens nicht einmal sich selbst. Das Western-Kauderwelsch, das Bridges von sich gibt, brachte die Macher zur Verzweiflung, denn schließlich sollte das Publikum auch verstehen, was Bridges von sich gibt. „Ich entschuldige mich, dass man nicht alles, was ich in dem Film sage, wirklich versteht. Sorry, aber so hat der Typ nun mal geredet“, meint Bridges. „Glücklicherweise haben wir ja Untertitel“, sagt Joel Coen. „Sogar in der US-Version gibt es Untertitel. Das ist meines Wissens das erste Mal“.Wichtiger als die Wayne-Verfilmung von 1969 war den Coens die Buchvorlage von Charles Portis. „Wir sahen das nicht als Remake des alten Films, sondern begeisterten uns für die Romanvorlage“, meint Ethan Coen. „Der erste Film und das Buch hatten wenig miteinander zu tun. Daher war der erste Film kaum relevant für uns“. Bridges: „Die Coens wollten nicht den Film als Vorbild, sondern die Romanvorlage. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war mir klar, dass das ein echter Coen-Film werden würde. Denn das Buch ist voller skurriler Figuren und drastischer Wendungen“. Dennoch: So typisch Coen ist hier nichts. Auch, wenn einige Kritiker diesbezüglich unterschiedlicher Meinung sind.Uneins ist man zudem über die treffende Übersetzung des Filmtitels: „True Grit“ bedeutet so viel wie „einen Schneid besitzen“, „Mut haben“. Jeff Bridges attestierte sich und seiner angereisten Crew ebenfalls „True Grit“ und verglich das mit dem Presse- und PR-Marathon, den er gerade durchlebt: „Der Ausdruck bedeutet, dass man etwas wirklich bis zum Ende durchhält. Und wir“, sagt Bridges, „wir werden diesen Marathon bis zum Ende durchhalten“. Matthias Greuling
Filmplakat "True Grit"
Szenenfoto aus "True Grit" (Universal Pictures)
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