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Die Grazer Regisseurin stellte ihr Erstlingswerk im Berlinale Panorama vor
Premiere für Marie Kreutzers Erstling "Die Vaterlosen"
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Der erste von zwei österreichischen Beiträgen im Berlinale-Programm hatte am Sonntag Abend Premiere: „Die Vaterlosen“, der Debütfilm der Grazer Filmemacherin Marie Kreutzer, 31, wurde in der Reihe Panorama im Berliner Friedrichstadtpalast uraufgeführt. Kreutzer erzählt darin von einer in alle Winde verstreuten Familie, die aus Anlass des Todes ihres Vaters wieder zusammenkommt. Schnell wird klar, dass in dieser kinderreichen und dereinst vom Vater (Johannes Krisch) beinahe als Hippie-Kommune geführten Familie zahllose alte Wunden aufbrechen müssen, um einen seelischen Heilungsprozess in Gang zu setzen. Es ist vielmehr Seelenarbeit am eigenen Dasein, die die Protagonisten hier betreiben, weniger Trauerarbeit über den Verlust eines geliebten Menschen. Und doch: Die Brüder und Schwestern, die sich hier über 105 Minuten konfliktreich (aber nicht zu lautstark) aneinander reiben, sind allesamt in einer gemeinsamen Wurzel, in ihrem Vater, verortet. Marie Kreutzer versucht mit viel Liebe zum Detail, zwischenmenschliche, vor allem aber familiäre Strukturen zu untersuchen. Ihre Kamera bleibt dicht bei den Protagonisten, kann aber aufgrund der Vielzahl der Charaktere niemandem wirklich ins Gesicht schauen; Kreutzer gelingt es bei ein, zwei Figuren, hinter die Fassade ihrer familiären Prägung zu blicken, doch die meisten der Personen bleiben (immerhin detailliert ausgeführte) Skizzen. Auf „Die Vaterlosen“ muss man sich einlassen, um all seine Ebenen zu erschließen – zu viele Bilder, zu viele Erinnerungsfetzen an früher, an die (gute?) Zeit der Kindheit schwingen da mit, als dass man sich als Zuschauer wirklich damit auseinandersetzen könnte. Eindringlich transportiert der Film aber das Gefühl, dass es (seelische) Wunden gibt, die selbst die längste Zeit nicht heilen kann. Sensibel austariert ist jedenfalls das Spiel der Akteure. Bis in die Nebenrollen hat Kreutzer ein glückliches Händchen mit ihren Schauspielern bewiesen, seien es nun Marion Mitterhammer, Andrea Wenzl, Philipp Hochmair oder Andreas Kiendl – auch sprachlich fügen sich die Darsteller authentisch zu einem Ensemble. Allein: Das krampfhafte Festhalten an so manchem erdachten Dialog entrückt „Die Vaterlosen“ an einigen Stellen wieder dieser Authentizität. Matthias Greuling
Marie Kreutzer (Foto: Berlinale)
Szenenfoto aus "Die Vaterlosen" (Foto: Berlinale)
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