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Berlinale 2011: Ralph Fiennes' Regiedebüt

"Coriolanus": Im Wettbewerb der Berlinale zeigte Fiennes seine Neuinterpretation des Theaterklassikers

Ralph Fiennes auf den Spuren von Shakespeare

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Es wird Zeit, dass dieser Berlinale-Wettbewerb anzieht. Denn bisher waren die meisten der gezeigten Filme im Bewerb eine Enttäuschung – von „Schlafkrankheit“ des Deutschen Ulrich Köhler bis zum katastrophal verunglückten „Yelling to the Sky“ von Victoria Mahoney. Leider bildet auch „Coriolanus“, das Regiedebüt von Schauspieler Ralph Fiennes, da keine Ausnahme: Es geht um Krieg und Mordlust, politische Intrigen und Verblendung, in dieser Neuinterpretation von Shakespeares Coriolanus für die große Leinwand. Das Drama spielt im 4. Jahrhundert v. Chr. und erzählt die Geschichte des römischen Patriziers Coriolanus, der als Kriegsheld gefeiert wird, bald aber durch seine Arroganz den Hass des Volkes auf sich zieht. Nach seiner Verbannung wendet er sich aus Rache gegen sein eigenes Volk. Fiennes selbst ist in der Titelrolle zu sehen und hat die Handlung in die Gegenwart verlegt. Jedoch ist die Umsetzung zu theaterhaft, von Ralph Fiennes zu egozentrisch auf sich selbst zugeschnitten und funktioniert als Film leider kaum.Dennoch: Mit „Coriolanus“ sind zumindest einige Stars nach Berlin gereist – etwas, was dieses Festival neben besseren Filmen in diesem Jahr besonders braucht. Neben Fiennes selbst kamen Vanessa Redgrave und Gerard Butler. Fiennes stand schon im Jahr 2000 als Coriolanus auf der Theaterbühne. „Ich dachte damals, der Stoff würde sich besonders fürs Kino eignen“, so Fiennes in Berlin. „Und er erwuchs auch aus dieser Theaterproduktion damals. Ich wollte den narrativen Drive und die politischen Elemente der Geschichte herausarbeiten“. Die Geschichte ist sehr zeitgemäß, findet Fiennes, weshalb er die Handlung in die Gegenwart verlegte. „Wir haben so viele Kriege auf der Welt, und derzeit gehen wieder sehr viele Menschen in unterschiedlichen Ländern auf die Straße“, so Fiennes. „Es ist mein erster eigener Film als Regisseur, und ich war ganz schön nervös, ob ich auch alles im Griff haben würde“, sagte Fiennes. „Es ist für mich aber eine logische Entwicklung. Denn nur als Schauspieler vor der Kamera zu stehen, ist zu wenig für mich. Ich stehe als Hauptdarsteller direkt an der Front, und bestimme die Regie mit. Also war es für mich eine logische Erweiterung, auch als Regisseur aufzutreten, ähnlich wie das bei Clint Eastwood der Fall ist“.Matthias Greuling

Ralph Fiennes mit Gerard Butler in "Coriolanus" (Foto: Berlinale)









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