Mit „La Pivellina“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel eröffnete die diesjährige Viennale heuer erstmals mit einer österreichischen Produktion. Das mit Laiendarstellern realisierte Spielfilmdebüt „La Pivellina" dreht sich wie schon der vorangegangene Dokumentarfilm von Covi/Frimmel, „Babooska“, um eine Artistenfamilie, genauer Patrizias (Patrizia Gerardi) und Walters (Walter Saabel) Wanderzirkus, den sie im Winter auf einem abgeschotteten Terrain am Stadtrand von Rom parken. Auf einem kurzen Rundgang entdeckt Patrizia ein zweijähriges Mädchen allein gelassen am Kinderspielplatz und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 14-jährigen Nachbarsjungen Tairo (Tairo Caroli) schafft sie der kleinen Asia (Asia Crippa), gerufen „la pivellina“ ein Zuhause auf Zeit, einen winzigen und fragilen Raum der Geschütztheit in einer Randzone der Stadt – und gleichzeitig der italienischen Gesellschaft – die selbst keinen Schutz der Öffentlichkeit kennt.In körniger Handkamera-Ästhetik und Dogma-gleich das vorhandene Licht und die verfügbaren Hintergrundgeräusche nutzend, erzählt der bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes in der Reihe „Quinzaine des réalisateurs“ enthusiastisch aufgenommene Beitrag eine ganz unkitschig berührende und hervorragend dargestellte Geschichte von Courage und falschen Vorurteilen. Der essentielle Clou hierbei: Durch die tatsächlich aus dem Zirkusmilieu stammenden Laiendarsteller verschwimmt die wahrnehmbare Grenze zum Schauspiel.-Alexandra ZawiaKinostart: 13. 11. 2009
Fotos: Stadtkino
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