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Interview Detlev Buck

Der deutsche Regisseur Detlev Buck über sein Liebesdrama “Same Same But Different”

Detlev Buck am Set von "Same Same But Different"

Detlev Buck: "Abwechslung zählt"

INTERVIEW

Ben (David Kross) macht Rucksack-Ferien mit seinem Kumpel Ed (Stefan Konarske) und zwar in der kambodschanischen Metropole Phnom Penh: Ein Flirt gehört da natürlich dazu. Doch Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) ist für Ben weder ein One-Night-Stand noch eine Urlaubsliebschaft. Zurück in Deutschland hält er übers Internet Kontakt, erfüllt von Liebe und voll des Verlangens, wieder nach Kambodscha zu fliegen.Doch es gibt ein Problem: Sreykeo konfrontiert ihren Freund nämlich mit einer Hiobsbotschaft: Sie ist HIV-positiv. Ben, dessen Test negativ ausfällt, kümmert sich vor Ort um ihre medizinische Versorgung. Sreykeos Gesundheitszustand wird aber schon bald zur Nebensächlichkeit, denn die Liebe stellt Ben vor eine schwierige Entscheidung: Karriere in Hamburg machen oder nach Kambodscha auswandern?Detlev Buck hat nach „Knallhart“ nun mit „Same Same But Different“ ein Liebesdrama gedreht, ohne sich allzu üppigen Sentimentalitäten hinzugeben. Seinen typischen Humor lässt Buck auch immer wieder einfließen. Diese Culture-Clash-Story zeigt unsere von Unterschieden geprägte Welt – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.Celluloid traf Detlev Buck zum Interview.CELLULOID: Wie kamen Sie auf Benjamin Prüfers Geschichte und warum hat Sie sie so begeistert?DETLEV BUCK: Zu diesem Zeitpunkt war ich in Vietnam mit einem unserer Filme und dann habe ich gelesen. Lesen hilft. Alles was mich an der Geschichte so begeistert hat, kann man jetzt in dem Film sehen.Wie wichtig ist ein Happy End (und warum) für diesen Film und für Filme allgemein?Happy End ist Hoffnung. Wichtiger als Realität, aber diesmal ist die Realität ja auch ein Happy End. Für Filme allgemein sind Happy Ends nicht Bedingung.Wie gestalteten sich die Dreharbeiten in Phnom Penh und wie wurde der Film dort vom Publikum aufgenommen?Anders, definitiv anders als gewohnt. Wenn wir z.B. eine Straßenszene gedreht haben, standen viele Menschen um uns herum und am Ende jedes Takes gab es einen Applaus. Das erlebt man hier nicht. Am meisten haben sich die Kambodschaner über die Deutschen amüsiert. Da haben sie viel gelacht. Außerdem haben sie sich gedacht, dass es bei uns viel schlimmer zugeht, da wir hier anscheinend sogar im Büro mehrere Frauen haben.Ist „Same Same But Different“ ein klassischer Liebesfilm?Ich würde sagen: Different. Aber die Liebe überwindet alle Hindernisse und hat eine magnetische Anziehungskraft.Was schätzen Sie an David Kross am meisten?Dass man zuschauen kann wie er denkt.Was wäre, wenn ihre eigene Tochter mit einer ähnlichen Geschichte aus dem Urlaub käme?Das habe ich schon erlebt. Sie kam aus Tansania zurück und ein Mann wollte sie heiraten als sie gerade 17Jahre alt war. Der Mann hatte 40 Ziegen. Das wäre nicht wenig gewesen. Egal ob in „Knallhart“ oder auch in „Hände weg von Mississippi“, als Regisseur lassen sie sich immer sehr souverän auf die Schauplätze ihrer Filme ein. – Wie wichtig ist der Ort für die Figuren, und wo möchten Sie nie drehen?Der Schauplatz ist für Kino ganz wichtig und der Kontext des Ganzen. Es gibt eigentlich keinen Ort an dem ich nie drehen würde- außer vielleicht mit Michael Glawogger in den illegalen Mienen, 1km unter der Erde, in der Ukraine aus „Working Man´s Death“ zu drehen. Das hätte mich vielleicht ein bisschen nervös gemacht.Sie sind mittlerweile bekanntermaßen kein Fan der Unterteilung in Genres. Was ist Filmemachen für Sie?Ich bin ein Freund von Genres. Ich weiß nicht woher das kommt, dass ich kein Fan der Unterteilung bin. Ich liebe Genres und mische diese aber gerne. Filme machen ist Abwechslung. Ich liebe die Abwechslung.Immer wieder stehen Sie auch vor der Kamera. Wie erleben Sie den Unterschied und worauf könnten Sie eher verzichten – Regisseur Sein oder Schauspielen?Der Unterschied ist wenn die Klappe fällt, dann bist du als Schauspieler dran und wenn der Take zu Ende ist, bist du dran als Regisseur. Ich mag auf nichts verzichten- warum soll ich verzichten. Gerade die Abwechslung ist das, was ich mag.Dieser Film zeigt wieder: Ihr Stil ist nun ein ganz anderer, als das, was in den 1990er-Jahren mal als „Buck-Stil“ bezeichnet wurde. Was ist der „Buck-Stil“ jetzt und wollen Sie ihn bewusst loswerden?Ich will ihn nicht loswerden. Das Prinzip ist weiter gleich, man begibt sich auf eine Reise, man erfährt eine Veränderung und kommt anders an als man gestartet ist. Für die komischen Seiten hat schon Michael Ostrowski als nie ankommender Backpacker gesorgt.Was können Sie uns über Ihre nächsten Projekte schon sagen? Sie wollen unter anderem Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ verfilmen? Mit wem? Der Film „Die Vermessung der Welt“ wird versuchen, die ungewöhnliche frische des Romans zu halten. Vielleicht wird Kehlmann selbst eine kleine Rolle spielen. Der Rest ist eine Frage des Geldes. Im Moment sitzt der Euro nicht sehr locker. Wenn jemand betucht ist und das Projekt sehr liebt, kann er bei uns anklingeln. -Interview: Alexandra Zawia, Matthias Greuling

Fotos: Filmladen

Mehr Infos zum Film (offizielle Website)

Kinostart: 29.01.2010









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