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Regisseur Marc Webb im Interview zu der romantischen Komödie "(500) Days of Summer"
Marc Webb
Marc Webb: Die Liebe ist sehr kompliziert"
INTERVIEW
Mr. Webb, Sie erzählen von Liebe und den damit verbundenen Problemen. Welche Idee von der Liebe haben Sie selbst?Das versuche ich immer noch herauszufinden. Liebe ist sehr kompliziert, aber das macht sie deshalb nicht weniger schön. Ich wollte jedenfalls einen unzynischen Film machen. Manche Leute nennen den Film eine antiromantische Komödie, aber damit kann ich nichts anfangen, denn der Film ist romantisch. Und auch lustig, hoffe ich. Gibt es auch autobiografische Erfahrungen, die Sie in den Film einfließen ließen?Natürlich, das Drehbuch hat mich sehr angesprochen. Es ist doch so: Wenn man sich verliebt, dann denkt man: Jetzt wird alles gut und alle Probleme werden gelöst. Wenn das dann doch nicht so ist, hat man das Gefühl, das ganze Universum würde über einem zusammenstürzen. Wenn man erst 17, 18 Jahre alt ist, oder sogar Anfang 20, und das passiert dir, dann tut das umso mehr weh. Wir wollten das in gewisser Weise thematisieren, aber nicht, ohne eine komödiantische Seite davon zu zeigen. Am Ende steht fest: Die Welt stürzt nicht ein, es fühlt sich nur so an.Sie haben bisher ausschließlich Musikvideos gedreht. Wie groß ist der Einfluss von Popmusik in diesem Ihrem Filmdebüt?Es gibt im Leben ja viele Popsongs, die man zu einer gewissen Zeit gerne gehört hat und mit denen man spezielle Gefühle und Erlebnisse verbindet. Wir wollten eine Art Popsong in Filmform machen. Popmusik leidet unter dem Stigma, dass man sie nicht ernst nehmen muss. Und auch nicht ernst nimmt. Wir wollten genau diese Leichtigkeit in den Film übertragen, dennoch aber nicht oberflächlich bleiben, sondern zeigen, dass unter der Oberfläche einiges abgeht. Wir wollten über die großen Ideen der Liebe sprechen, aber in einem zuordenbaren Stil. Die Herausforderung war, den Film für das Publikum zugänglich zu halten, ohne zynisch und zu offensichtlich von der Liebe zu erzählen. Sie zeigen in Ihrem Film ein ungewöhnliches Bild von Los Angeles. Man sieht kein Beverly Hills und keinen Rodeo Drive, dafür lieber das Großstadtfeeling von Downtown. Wieso haben Sie diese Bilder ausgewählt? Ich lebe in Los Angeles, ebenso wie meine beiden Hauptdarsteller. Es ist leicht, sich über L.A. lustig zu machen. Typen, die am Strand mit Kettensägen jonglieren oder Tussis in Röcken mit Spaghetti-Trägern. All diese Dinge eben. Aber ich mag Downtown sehr, weil es von einem L.A. zeugt, das lange vor Hollywood entstanden ist und als eine Art hermetisch abgeriegelte Welt in diesem Showzirkus existiert. In einer Szene, als Tom erstmals bei Summer „landen“ kann, ist er überglücklich, und Ihr Film verwandelt sich da kurz in eine knallbunte Tanzparade von musicalhafter Stimmung.Ja, das ist eine coole Szene! So fühlt man sich eben, wenn man verliebt ist. Man denkt, die ganze Welt liegt einem zu Füßen. Ich wollte, dass man in dem Film einen Einblick in Toms Denkweise bekommt, und da musste ich manchmal ein paar visuell außergewöhnliche Einfälle umsetzen. Die Schwierigkeit dabei ist, zu zeigen, wie sich die Dinge für Tom anfühlen. Was hat sie an dem Film eigentlich gereizt?Als ich das Projekt annahm, war ich über den Titel sehr verwundert. Zuerst dachte ich: Wie kann ein Sommer 500 Tage haben? Der Produzent sagte mir: Das ist eine romantische Komödie, aber nicht wirklich. Ich sagte: „Hey ich will keine romantische Komödie machen, ich bin ein Kerl!“ Ich mag Dinge, die Männer begeistern. Wenn es im Film keine Explosionen gibt, dann mach ich’s nicht. Nein, das stimmt natürlich nicht. Aber ich dachte, der Titel ist so absurd, das muss ich machen. -Matthias Greuling / Alexandra Zawia
Szenenfoto aus "(500) Days of Summer"
Fotos: Greuling / Universal
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