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Mit dem Sci-Fi-Spektakel bringt J.J. Abrams nicht nur Action, sondern auch eine Reminiszenz an den Schmalfilm in die Kinos
SUPER 8
KRITIK DER WOCHE
Matthias Greuling Alexandra Zawia
Retro heißt der neue Trend im Spektakel-Kino, zumindest, wenn es nach J.J. Abrams geht. Der Regisseur von „Cloverfield“ und „Star Trek“ gibt in seinem neuen Film nicht nur der Schmalfilmkamera eine Hauptrolle, er nennt auch gleich den ganzen Film nach diesem Mini-Filmformat, das Jahrzehnte lang all unsere Familien- und Urlaubserinnerungen festhielt: „Super 8“. In dem Science-Fiction-Film lässt Abrams sechs Teenager im Jahre 1979 zu einer Super-8-Kamera greifen, um einen Film zu drehen. Auf dem gefilmten Material entdecken die Teens nichts Geringeres als ein Alien, das bei einem Zugsunglück aus einem der Waggons entwischt. Der Schmalfilm hält das alles fest.Eine schöne Reminiszenz an das trashige Kino der 70er Jahre, in denen grobkörnige Bilder allzu oft den Charme des Schmalfilms reproduzierten. Der Retro-Look in „Super 8“ bringt das Flair des Heimkinos, wie es heute nicht mehr existiert, wieder zurück. Der Erfolg gibt Abrams recht: „Super 8“ stieg in den US-Kinocharts auf Platz eins ein. Abrams scheint ein Faible für Home Movies zu haben: Bereits sein Monsterfilm „Cloverfield“ besteht allein aus Handkamera-Einstellungen eines Consumer-Camcorders, die einer der Protagonisten durch den Film trägt. Viel Wackeln gibt es da, und das eigentliche Monster bekommt man kaum zu sehen. Es ist jedoch die Unmittelbarkeit, das „Dabeisein“, das in „Cloverfield“ die Adrenalinspiegel der Zuschauer zu heben vermochte, und auch in „Super 8“ soll das so sein. Nur, dass hier das kalte Videobild durch das körnige Filmbild ersetzt wurde. Abrams zeigt damit bereits zum zweiten Mal, was er unter Suspense versteht: Wer wenig sieht, der geht konzentrierter mit der Handlung mit, um auch ja kein Detail zu verpassen. Ein Trick, den er sich wohl von Filmen wie „The Blair Witch Project“ abgeschaut hat. „Super 8“ besteht freilich nicht ausschließlich aus einem verwackelten Schmalfilm, den Kinder gedreht haben. Dazwischen braucht es Hochglanzkino, um die Zuschauer in das geheimnisvolle militärische Sperrgebiet der Area 51 eintauchen zu lassen, wo Abrams schließlich eine unglaubliche Alien-Theorie entwirft. Dennoch sollte das Schmalfilmformat stilgebend für „Super 8“ sein, erzählt Kameramann Larry Fong. Er ließ sich von Steven Spielbergs Sci-Fi-Klassiker „Die unheimliche Begegnung der Dritten Art“ (1977) inspirieren (nicht umsonst ist Spielberg auch einer der Produzenten von „Super 8“). „Diese Art von Filmen wollte ich in ‚Super 8’ zitieren und das Gefühl rüberbringen, das ich selbst beim Ansehen dieser Sci-Fi-Filme der 70er Jahre hatte“, sagt Fong. Dazu kommt die Erinnerung an die eigene Jugend, die von den Super 8 Filmen der Eltern geprägt ist. Diese Filme hielten in ihrer Ästhetik die eigene Kindheit für immer fest. Eine Supermacht der Erinnerungen. Es sind diese Bilder vom Gartenfest, in denen wir vor der Kamera am Boden mit dem Essen spielen, die uns bis heute suggerieren, es wäre dies unser eigener Blick auf uns selbst.- Paul HegerUSA 2011. Regie: J.J. Abrams. Mit Elle Fanning, Kyle Chandler, Joel Courtney, Gabriel BassoFILMSTART: 05.08. 2011zurück zur Startseite
"Super 8" Foto: Universal
Trailer
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